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Was ist die Pomodoro Technik?

Zeitmanagement mal ganz einfach. Erfunden von Francesco Cirillo in den 80ern.

Du brauchst eine Eieruhr und 25 Minuten Zeit. Nachdem Du die Uhr gestellt hast, arbeitest Du für 25 Minuten intensiv an dem, an dem Du arbeiten möchtest. Dies hast Du im Idealfall vorher schriftlich fixiert, oder es ist eine Deiner typischen Aufgaben.

Keine Ablenkungen in der Zeit! Nur das, was Du auch machen willst.

Wenn Du fertig bist, machst Du 5 Minuten Pause. Das ist, wenn Du es wirklich kurz gefasst haben willst, schon die ganze Technik. Durch das Ticken der Eieruhr (eine digitale Stoppuhr funktioniert i.d.R. nicht so gut) erzeugst Du eine gewisse Dringlichkeit. Durch die Kürze der Zeit, ist eine durchgehende Konzentration relativ gut zu schaffen.

Markieren wenn Du fertig bist. Wenn Du das Ganze 4 mal gemacht hast, verlängert sich die Pause auf 20 Minuten.

Benjamin Franklin – Wie Du glücklich wirst

“There are two ways of being happy: We may either diminish our wants or augment our means- either will do- the result in the same; and it is for each man to decide for himself, and do that which happens to be the easiest. If you are idle or sick or poor, however hard it may be to diminish your wants, it will be harder to augment your means. If you are active and prosperous or young and in good health, it may be easier for you to augment your means than to diminish your wants. But if you are wise, you will do both at the same time, young or old, rich or poor, sick or well; and if you are very wise you will do both in such a way as to augment the general happiness of society.”

Benjamin Franklin

Es ist ganz einfach, entweder Du arrangierst Dich mit wenig, oder Du arbeitest daran Dir mehr leisten zu können. „Der Vergleich ist der Anfang der Unzufriedenheit“, wie Søren Kierkegaard schon so schön sagte. Entweder, oder. In Zeiten von social Media und den damit verbundenen überzogenden Idealvorstellungen kein einfaches Unterfangen.

Was ist ein Chesterton Zaun?

Don’t ever take a fence down until you truly know the reason why it was put up.

G.K. Chesterton

Der Chesterton Fence

Entferne niemals einen Zaun, wenn Du nicht weiß warum er aufgestellt wurde ist ein Prinzip was gegen unüberlegte Progression steht. Viele Regeln und Systeme bestehen aus einem Grund. Nur weil der Zaun im Weg steht, heißt es nicht das er keinen Nutzen hat. Ehe wir also sagen: Der Zaun hier stört, er muss weg. Sollten wir ergründen warum er irgendwo steht.

Erst dann können wir sagen: Dieser Zaun steht hier wegen diesem Grund, wir können ihn entfernen weil… Oft sind Gründe der Vergangenheit nur schwer zu ergründen, dies heißt aber nicht, dass wir diesen Schritt überspringen können.

Warum gab es früher eine Zwangsquarantäne auf Ellis Island in New York für Neuankömmlinge? Warum durften diese nicht direkt ins Land? Warum wurde diese Regel aufgehoben? Gelten die Regeln von früher vielleicht eigentlich auch noch heute? Wie kann man den Quarantänezaun ersetzen? Wie sorgt man für Sicherheit vor gefährlichen Krankheiten die sich über die Grenzen verbreiten?

Das Präventions Paradox

In Deutschland bekannt seit der Corona Krise. Vorher beliebt bei IT-Sicherheit, Vorsorgeuntersuchungen und Wartungen. Durch eine gute Prävention und dem Verhindern von Katastrophen erscheinen die dafür getroffenen Maßnahmen als unverhältnismäßig.

Präventions Paradox Fragen, die bei erfolgreicher Abwehr von Katastrophen gestellt werden:

  • Warum geben wir diese unmengen Geld für unsere IT-Systeme aus?
  • Warum sind unsere Mitarbeiter nur zu 80% ausgelastet anstatt zu 100%?
  • Warum gibt es Ausgangsbeschränkungen, Mundschutzpflich,t Aufforderungen zum Homeoffice oder Ähnliches,wenn es doch nur sowenige Tote gibt?
  • Warum bilden wir diese Rücklagen, wenn wir das Geld auch in Aktienrückkäufe investieren könnten?

Wenn wir in Zeiten von Erfolg & Wohlstand, oder wenn einfach etwas gut läuft diese Fragen stellen, bieten sie überall Optimierungspotentiale. Warum also nicht Mitarbeiter entlassen, oder mehr Kunden annehmen um 100% Auslastung zu erreichen? Warum nicht an der IT sparen, wenn doch alles gut läuft? Warum nicht das ganze Geld ausgeben, wenn die Wirtschaft brummt?

Komplexe Systeme führen dazu, dass wenn ein oder zwei Rädchen nicht mehr funktionieren, ein ganzes Kartenhaus schnell zusammenbricht:

Mitarbeiter kündigen oder werden krank, die Projekte laufen plötzlich nur noch suboptimal und können nicht mehr aufgefangen werden.

Die IT funktioniert plötzlich doch nicht mehr, da die Personen, die dafür gesorgt haben das es funktioniert, als überflüssig angesehen werden.

In einer Krise fehlen die Rücklagen, um diese nachhaltig zu meistern.

Base Rates

Frage immer nach der Base Rate (Basisrate): was ist die Wahrscheinlichkeit, der alles zugrunde liegt. Nur weil etwas logischer oder plausibler klingt, ist es nicht wahrscheinlicher. Komplexe Systeme stellen uns hier viele Beinchen auf dem Weg  herauszufinden, was am wahrscheinlichsten ist. Beispiel: Wenn ca. 1% der Bevölkerung Lehrer sind, dann sind es 99% nicht. 1% ist die Basisrate der Lehrer wenn es um irgendetwas geht, was mit Lehrern zutun hat.

Woher kommt der Fight Club – Inspirationen aus der Realität

Matrix & Fight Club. Zwei Filme aus dem gleichen Jahr, die unsere Kultur stark geprägt haben. Die rote Pille, also das Schlucken der Wahrheit aus Matrix. Die verlorene Unschuld und Ziellosigkeit nachdem uns allen versprochen wurde, dass wir Filmstars oder Rockstars würden aus Fight Club. Für Matrix ist eine beeinflussende Basis Neuromancer. Für Fight Club ist es John Law. Mitglied des Suicide Clubs, Mitbegründer der Cacophony Society und des Burning Man. Ein umtriebiger Bursche, der in dem kurzen Clip von ARTE sehr charmant rüberkommt. Die Realität kann also auch für Deine kreativen Projekte eine Quelle der Inspiration sein, wie es John Law für Chuck Palhaniuk und seinen Erfolgsroman Fight Club war.

Farbwahrnehmung

Farbe ist ein spannendes Wissensfeld. Noch in Homers Odysse, also einem Text der im Altgriechischen verfasst wurde, gab es kein Wort für blau.[1] Aber Moment, lasst uns etwas anders anfangen. Guy Deutsch ist ein Sprachforscher, der einen wundervollen Einblick in den wissenschaftlichen Stand der Sprachentwicklung gibt – und ob Sprachen zu unterschiedlichen Prägungen im Gehirn führen.[2]

Ein besonders spannendes Beispiel sind die Farben. Farbwörter, die bei uns zum Alltag gehören, taten dies nicht zu jeder Zeit und nicht zu jeder Kultur.

Die wahrscheinlichste Entwicklung der Farbwahrnehmung bzw. Farbbeschreibung in Sprachen verläuft wie folgt:

  1. hell/dunkel, oder auch schwarz/weiß,
  2. + rot,
  3. + grün oder gelb/orange,
  4. + grün oder gelb/orange
  5. + blau.

Alle Farben, die danach kommen sind eher unterschiedlich in den Sprachen aufgetaucht. Damals fehlten uns anscheinend einfach die Worte. Indigene Sprachen bestätigten dieses Farbmuster und es ist immer wieder erstaunlich zu sehen: Etwas, was für den Einzelnen selbstverständlich erscheint, ist doch gar nicht so selbstverständlich. Farbe ist relativ und wird von unserem Gehirn interpretiert. Das beste Beispiel? Blau. Ein Blau kann in einer Sprache im Lexikon zum Beispiel fehlen blau, denn es beschreibt nicht genug. Dafür gibt zwei getrennte Wörte, hellblau und dunkelblau.

Wo wir uns anfangs noch gewundert haben, dass es überhaupt kein Wort für blau gibt um den Himmel zu beschreiben, verstehen andere Kulturkreise gar nicht wie wir diese Farbnuancen mit nur einem Wort beschreiben können. Sprache fasziniert, denn sie prägt unsere Wahrnehmung in gewissem Maße. Insbesondere werden wir beeinflusst, wenn wir gestresst sind, unser System 2 [Kahnemann] überfordert ist, es leichte Lösungswege gibt oder weil wir kulturell nicht genug für die Wahrnehmung einzelner Sachverhaltet geprägt worden sind.

Farben beschreiben

Was bedeutet dies nun aber für uns? Der westliche Kulturkreis hat einen sehr differenzierten Wortschatz. Einen Wortschatz, der nicht nur einzelne Lexeme für Farben hat, sondern auch sehr viele Komposita, also Wortzusammensetzungen, für einzelne Farben. Wir können heute Farben sehr gut beschreiben und im Umkehrschluss ist unsere Farbwahrnehmung in den letzten Jahrhunderten durch kulturelle Prägung, Austausch und den Bedarf an mehr Farbwörtern, oder auch einfach nur dem Luxus der Pigmentierung in der Kunst, verbessert worden. Statistisch gesehen sind gerade einmal 10% der Männer und 0,5% der Frauen in Westeuropa davon betroffen. Theoretisch nehmen wir also Farben so gewahr, wie es alle anderen tun – und irgendwie auch wieder nicht. Je größer Dein eigener Farbwortschatz wird, Du Dich selbst mit Farben beschäftigst umso besser verstehst Du sie auch. So zumindest meine Hypothese.

[1] https://www.deutschlandfunkkultur.de/warum-homer-die-farbe-des-himmels-nicht-nannte.1270.de.html?dram:article_id=191480
[2] Guy Deutscher: Im Spiegel der Sprache: warum die Welt in anderen Sprachen anders aussieht

THE DEEPEST DEPTHS OF THE BURROW – Graffiti Dokumentation

Herauszufinden wie Du als Kreativer Geld verdienst ist eine Kunst, manche Künstler schaffen es nur durch Ihre Arbeit. Eine wunderschöne Dokumentation ist The Deepest Depths of the Burrow über den Künstler & Illustrator Nychos der seine Graffiti-Ferien mit einer kleinen Reise verbindet um an den unterschiedlichsten Orten der Welt zu malen.

Deliberate Practice

Was ist deliberate Practice?

Kurz, bewusstes Üben und Lernen von einer Fähigkeit um darin eine Meisterschaft zu erlangen und die höchsten Level zu erreichen.

Du kannst alles mit deliberate Practice erlernen, gerade wenn Du früh startest. Ericcson, oder besser Malcom Gladwell, der die Idee zwar nicht entdeckt, aber populär gemacht hat, sprechen hier von der 10.000 Stunden Regel. Ziemlicher Blödsinn, denn Talent macht mehr aus als 10.000 üben – und gerade auch das bewusste und harte Üben, dass wesentlich anstrengender ist als nur 10.000 Stunden Zeit mit etwas verbringen, auch wenn es schon „ein bisschen“ hilft. Bei Ericcsons Studien gab es talentierte Menschen, die brauchten vielleicht nur 3.000 oder 4.000 Stunden und untalentierte Menschen, die brauchten wesentlich mehr als 10.000 Stunden, eher 20.000 bis 30.000. Wie gut Du also werden kannst – und wie schnell, dauert also eine gewisse Zeit. Nichts mit Tim Ferriss und Livehacking your way to the top. Zumindest nicht wenn Du extrem gut werden willst. Für Basiskompetenzen geht es natürlich auch schneller.

Deliberate Practice hilft dabei Fossilierung entgegen zu wirken. Fossilierung ist der Moment in dem Du sagst: „Ich kann das gut genug.“ Ab diesem Zeitpunkt erlernen wir nur noch wenig Neues und sind zufrieden mit dem was wir können. Es ist ein mentales Modell für Lernstrategien um ein hohes Level zu erreichen, egal in welchem Umfeld es eingesetzt wird.

Wie Du selbst deliberate Practice für Dich nutzt:

  1. Du weisst in was Du gut werden willst.
  2. Du übst bewusst und lernst konstant neue Sachen.
  3. Du trainierst immer etwas, was knapp über Deinen bisherigen Fähigkeiten liegt.
  4. Du lernst mit Feedback-Loops, um Dich über Deine Fähigkeiten auf dem Laufenden zu halten.
  5. Du misst Deinen eigenen Fortschritt und hast viele kleine Ziele vor Augen.
  6. Du glaubst daran, dass Du selbst Deine Fähigkeiten verändern kannst und nicht an ein Talent, das Dir angeboren ist. (–> Grit)
  7. Du suchst Dir einen Mentor/Lehrer/Trainer, der Dich auf diesem Weg begleitet und Dir bei den vorherigen Schritten hilft.
  8. Kurz: Frustrationstoleranz. Prozessorientierung. Langfristiges Denken, Planen und Handeln.

Erweiterte Literatur:
Malcom Gladwell – Outliers (Übersetzung: Überflieger)
K. Anders Ericsson – Top: Die neue Wissenschaft vom Lernen
Angela Duckworth – Grit

Besser Schlafen – Die Wissenschaft hinter dem Schlaf

Besser Schlafen

Der Schlaf macht ein Drittel unseres Lebens aus – und irgendwie schätzen wir ihn nicht so wert, wie er es verdient hätte:

  • Wenn Du nicht schläfst stirbst Du – und alle anderen Tiere auch, selbst das Militär hat kein Mittel gegen den Schlaf gefunden.
  • Wenn Du zuwenig schläfst, machst Du Fehler – wie die Soladten im Irak, welche die eigenen Panzer im Friendly Fire zerstörten.
  • Wenn Du ausreichend schläfst, lernst Du, was Du am Tag gemacht hast – und kannst es am nächsten Tag besser.
  • Deine Träume sind linear, also eigentlich nichts Besonderes oder mit tieferer Bedeutung und dienen vermutlich der Verarbeitung Deiner Erlebnisse. Freud hatte also unrecht und hat sich dem mentalen Modell der Bestätigungsfehler bedient. Nur weil etwas logisch klingt, heißt es nicht, dass es auch zwangsläufig der Fall ist.
  • Schlafen führt zu Eingebungen, da unser Gehirn unsere Erlebnisse reflektiert – und kann Deinen Golfschlag retten, oder Dich zum Millionär mit Vampirgeschichten machen. Wenn dies Dinge sind, die auch sonst in Deinem Leben einen hohen Stellenwert haben und Dein Gehirn beschäftigen.
  • Wenn Du nicht genug schläfst, holt sich Dein Körper den Schlaf zurück und Du hast längere REM Phasen.
  • Du träumst in der Regel von den Dingen, die Du an dem Tag intensiv gemacht hast.

All dies und noch viel mehr hat die Wissenschaft über unseren Schlaf herausgefunden.

„Sleep is the cousin of death.“ Nas

Nas hat damit nicht ganz recht, denn Schlaf ist eher der Quell unseres Lebens, denn ohne ihn sterben wir, werden wir unkonzentriert, krank und wahnsinnig.
In Dreamland: Adventures in the Strange Science of Sleep geht David K. Randell dem Schlaf auf den Grund. Der deutsche Titel „undersells“ es mit im Reich der Träume.

Aufgeschreckt durch das eigene Schlafwandeln macht er sich auf alle Informationen der Wissenschaft rund um das Thema Schlaf erforscht hat zu sammeln. Herausgekommen ist ein Buch das sich lohnt – denn wir schlafen alle und Schlaf ist oft der Teil unseres Lebens, der gegenüber den wichtigen Angelegenheiten zurückstecken muss. Dabei führt ein Schlafmangel zu einem bunten Pot Purri an Problemen. Von mehr Fehlern über Depressionen zu einem erhöhten Krebsrisiko bei Schichtarbeitern. Das Problem begann mit der Glühbirne und hat sich durch unsere dauerhafte Lichtverschmutzung nicht verbessert, über 90% aller Menschen erfreuen sich nicht mehr des ersten und zweiten Schlafs, sondern leben in einer permanenten Sommerzeit. Trotz allem hat sich unser Schlaf zu einem Luxus entwickelt – mit High-End Matratzen unnd Schlafkammern die vor 150 Jahren noch nicht vorstellbar waren.

Die 13 Kapitel des Buches vertiefen sich in eins der Themen mit wissenschaftlichen Quellen, Gesprächen mit Wissenschaftlern und eigenen Versuchen. Ein Buch das eigene Reflexionen über den Schlaf zulässt und viele Prozesse hinterfragt, die wir als normal betrachten. Was ist der Preis Projekte in Nachtschichten zu beenden? Wie sicher sind wir im Krankenhaus, wenn der Arzt am Ende seiner Schicht ist? Ab wann machen wir bei uns das Licht aus – und wie können wir es in unserer Wohnung reduzieren – damit unser Körper weiß, wann es Zeit für den Schlaf wird? Fragen die sich nach dem Buch stellen.